Mit drei Siegen aus den ersten fünf Spielen ist die SG Dornstetten erfolgreich in die neue Handball-Oberliga-Saison gestartet. In ihrem zweiten Fünferkette-Beitrag analysiert Christine Kaiser die bisherigen Auftritte und zeigt auf, dass das Team auch in der neuen Staffel gut mithalten kann. Gleichzeitig benennt sie mit der geringen Kaderbreite die größte Herausforderung für die kommenden Wochen. Da das hohe Spieltempo der Oberliga regelmäßige Wechsel erfordert, setzt die SGD neben mannschaftlicher Geschlossenheit vor allem auf den eigenen Nachwuchs und eine gezielte Belastungssteuerung.
Willkommen zur zweiten Ausgabe unserer Einblicke in die Handball-Oberliga! Seit dem letzten Artikel sind fünf Wochen vergangen und für die SG Dornstetten somit die ersten fünf Liga-Spiele. In diesen Spielen haben wir gezeigt, dass wir auch in dieser Staffel gut mithalten können, zu Hause aber auch auswärts.
Das erste Spiel in Walzbachtal mussten wir noch auswärts abgeben, teils aus Personalmangel aber auch aufgrund unserer größten Gegner: uns selbst (die Aufregung vor dem ersten Rundenspiel war groß) und dem Harz.
Zu Hause haben wir dann souverän unseren ersten Sieg gegen Flein eingefahren und daraufhin auch die ersten Punkte auswärts in Rintheim geholt. Gegen den Tabellenführer aus Kornwestheim mussten wir uns trotz Heimvorteil geschlagen geben.
Aufgrund einer Änderung im regulären Spielplan stand dann in der Woche darauf gleich das Rückspiegel gegen Walzbachtal an. Wo wir auswärts noch mit einem Tor unglücklich verloren haben, wollten wir zu Hause zeigen, dass wir stärker sind. Trotz eines durchwachsenen Starts konnten wir zum Schluss die Oberhand behalten.
In der Liga stehen wir dadurch auf einem der oberen Tabellenplätze, vor allem, weil die Hälfte der anderen Mannschaften weniger Spiele vorzuweisen hat. Dennoch kann man bereits den größten Schwachpunkt bei der SG Dornstetten ausmachen: die Kaderbreite. Im Vergleich zu unseren bisherigen Gegnerinnen, konnten wir selbst bei den Heimspielen nicht mit einer vollen Bank aufwarten.
Handball in dieser Liga ist längst kein Sport mehr, der nur von einer starken Start-Sieben entschieden wird. Das extrem hohe Tempo, die ständigen Tempowechsel und die intensiven Zweikämpfe verlangen den Spielerinnen körperlich alles ab. Wer über 60 Minuten die Intensität hochhalten will, braucht frische Kräfte von der Bank. Für uns bedeutet der dünne Kader aktuell vor allem eines: einen enormen Kraftakt. Fehlen die Wechseloptionen, macht sich das besonders in der Schlussphase bemerkbar. Wenn die Beine nach 50 Minuten schwer werden, schleichen sich im Angriff schneller technische Fehler und Fehlwürfe ein. In der Abwehr kommt man den entscheidenden Schritt zu spät, was wiederum schneller zu Zeitstrafen oder Siebenmetern für den Gegner führt.
Zudem nimmt ein kleiner Kader dem Trainerteam spürbar die taktische Flexibilität. Man kann während des Spiels seltener auf verschiedene Abwehrformationen umstellen oder Wechsel zwischen Angriff und Abwehr vollziehen, um Schlüsselspielerinnen kurze Durchschnaufpausen zu gönnen. Und nicht zuletzt schwebt über allem das Verletzungsrisiko: Fällt in einem bereits dünn besetzten Team eine Leistungsträgerin aus, müssen die verbleibenden Spielerinnen noch mehr Verantwortung und Spielzeit übernehmen.
Auf der Seite sehen wir bei unseren Gegnerinnen wiederum eine volle Bank, wodurch selbst in den letzten Minuten das Tempo so hochgehalten werden kann, dass selbst ein deutlicher Vorsprung schnell einschmilzt.
„Glücklicherweise“ ist diese Situation nicht neu für uns. Im Vergleich zu Mannschaften aus dem Stuttgarter oder Karlsruher Raum besitzen wir hier im Schwarzwald begrenztere personelle Möglichkeiten. Umso wichtiger ist die gute Nachwuchsarbeit im Verein. Hier können wir auf eine gute weibliche A-Jugend und eine starke zweite Mannschaft setzen, sollte mal Not an der Frau sein.
Dass wir also trotz dieser personellen Engpässe aktuell so weit oben in der Tabelle stehen, zeigt, wie viel Kampfgeist, Moral und Qualität in dieser Mannschaft stecken. Jede Einzelne geht für die andere an ihre Grenzen. Doch die Saison ist lang und umso wichtiger wird es in den kommenden Wochen sein, unsere Kräfte klug einzuteilen und Verletzungen bestmöglich vorzubeugen. Im Oktober stehen noch zwei Spiele an, dann haben wir zwei spielfreie Wochenenden. Diese Zeit können wir nutzen, um aktiv zu regenerieren und die Kräfte für den Jahresendspurt zu sammeln.
